IT-Recycling | Aus überflüssig wird wertvoll für Umwelt und ROI

7 Fragen – 7 Antworten zum Recycling von Hardware in Rechenzentren

Recycling von IT-Hardware ist wichtig, um die Umwelt zu schonen – und zwar in zweifacher Hinsicht. Mit Recycling verbindet man in erster Linie die Tatsache, dass dadurch die schier unglaubliche Menge an Elektroschrott minimiert werden kann. Doch es gibt noch einen zweiten wichtigen Aspekt. In ihrem Jahresbericht 2021 kommt die Wirtschaftsorganisation Circle Economy zu dem Ergebnis, dass eine optimierte Kreislaufwirtschaft die globalen CO2-Emissionen um 39 Prozent senken kann. Recycling und die Wiederverwendung wertvoller Rohstoffe spielen in diesem Konzept eine zentrale Rolle. Jean-Marc Gottero, Head of Sales von Evernex und Technogroup, dem europäischen Marktführer für Third-Party Maintenance im Rechenzentrum, erläutert in seinen Antworten auf sieben Fragen, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärker auf Hardware-Recycling sowie das Vermeiden von Elektroschrott und CO2-Emissionen ausrichten können – und dadurch nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Geld sparen.

1. Wo stehen wir beim Thema Elektroschrott?

Zunächst fällt auf, dass die anfallenden Elektroschrottmengen insgesamt gewaltig sind. Und sie nehmen weiter zu. Aktuell werden jährlich insgesamt rund 55 Millionen Tonnen Elektroschrott weltweit produziert. Das ist etwa 1.050-mal das Gewicht der Titanic. Für das Jahr 2030 prognostiziert der alle drei Jahre erscheinende E-Waste-Monitor 2020 der Vereinten Nationen einen weiteren Anstieg auf 74 Millionen Tonnen. Nur rund 17 Prozent der ausgemusterten Elektrogeräte werden bislang recycelt, alles andere landet auf Deponien oder wird verbrannt.

2. Welche Folgen ergeben sich für die Umwelt?

Viele zu verschrottende Geräte werden in Länder mit niedrigeren Umweltstandards verschifft. Dort gelangen hochgiftige Stoffe in die Luft oder werden ausgewaschen und verschmutzen das Grundwasser. Das kann enorme Auswirkungen für die Ökosysteme und die Menschen in diesen Regionen haben. Aber das ist nur die Entsorgungsperspektive. Man muss bedenken, dass für diese Altgeräte auch Ersatz benötigt wird – und der muss produziert werden: Rohstoffe werden abgebaut und veredelt, sie werden transportiert und in Vorprodukten verbaut. Diese kommen über globale Lieferketten zu den OEMs, die daraus neue Hardware-Generationen herstellen. Für jeden dieser Schritte wird Energie benötigt und immer gelangen CO2 und andere Schadstoffe in die Umwelt.

3. Wo setzt Evernex beim Hardware-Recycling an und was kann zurückgewonnen werden?

Server, Storage-Systeme und andere Hardware durchlaufen bei Evernex einen mehrstufigen Prozess nach europäischen WEEE-Standards [Waste from Electrical and Electronic Equipment – EU-Richtlinie zur Vermeidung von Elektroabfällen]: Zunächst prüfen wir die Geräte. Man muss berücksichtigen, dass Unternehmen Hardware aus unterschiedlichen Gründen abstoßen. Nicht alle Geräte sind defekt. Manche werden auch schlicht nicht mehr benötigt oder wurden durch neuere Geräte ersetzt. Funktionsfähige und qualitativ hochwertige Komponenten werden von uns fachmännisch aufbereitet und streng qualitätsgeprüft als kosteneffiziente refurbished Hardware auf dem Markt angeboten. Andere funktionsfähige Komponenten werden als Ersatzteile bei Reparaturen verwendet, was unseren Kunden einen finanziellen Vorteil bringt. Alle anderen Teile und die darin verarbeiteten Stoffe werden von unserem spezialisierten Dienstleister sortenrein getrennt und zu sekundärem Rohmaterial für eine künftige Produktion aufbereitet. Lediglich der Rest wird als tatsächlicher Schrott garantiert fachmännisch entsorgt. So vermeiden die Unternehmen eine unsachgemäße Entsorgung, und dass Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

In Zahlen heißt das: Von allen ausgemusterten IT-Geräten, die Evernex als „IT-Schrott“ erhält, lassen sich 15 Prozent der verbauten Komponenten wiederverwenden. Das sind jedes Jahr mehr als 50.000 Ersatzteile. Die verbleibenden 85 Prozent enthalten wertvolle Mineralien, seltene Erden, Gold sowie weitere Metalle und Rohstoffe, die auf diesem Weg zurück in den Produktionskreislauf gelangen. Es muss also weniger entsorgt, weniger Rohstoffe gefördert und weniger produziert werden.

4. Welche Rolle spielen generalüberholte Systeme für die Kreislaufwirtschaft?

Mit dem Recycling eng verbunden ist der Gedanke, gebrauchte Geräte so aufzubereiten, dass sie als refurbished Hardware wieder eingesetzt werden können. Wir untersuchen Server, Speicher und Netzwerkkomponenten gründlich, reinigen und tauschen bei Bedarf defekte Teile. So sorgen wir dafür, dass die künftigen Nutzer keine Abstriche bei der Qualität, Funktion oder Leistung machen müssen. Gebrauchte Geräte und Komplettsysteme sind bis zu 50 Prozent günstiger als vergleichbare Neuware – und ersparen der Umwelt eine komplette Produktgeneration.

5. Wie steht es um die Sicherheit der auf Altgeräten gespeicherten Daten?

Storage-Systeme beherbergen große Mengen sensibler Daten, die bei unsachgemäßer Entsorgung oder Wiederverwendung in falsche Hände gelangen können. Evernex arbeitet mit Dienstleistern zusammen, die zertifiziert und DSGVO-konforme Datenlöschverfahren und eine genaue Dokumentation der Vorgänge liefern. Umgekehrt bedeutet das selbstverständlich auch, dass unsere generalüberholten Geräte niemals Datenreste mitbringen.

6. Welche ökonomischen Vorteile ergeben sich für Unternehmen?

Unternehmen profitieren zunächst vom Verkauf ihrer gebrauchten Hardware beziehungsweise der verwertbaren Rohstoffe. Betriebswirtschaftlich bedeutet das einen zusätzlichen ROI der ursprünglichen Investition in die Geräte. Auf der anderen Seite profitieren die Unternehmen von dem Gesamtsystem Kreislaufwirtschaft, weil der Markt dadurch günstige, generalüberholte Ersatzteile und Geräte bereithält. Und schließlich machen sie sich unabhängig von fragilen Lieferketten: Probleme wie der anhaltende Chipmangel betreffen vor allem Neugeräte.

7. Neben Recycling ist ein Aspekt für mehr Nachhaltigkeit die längere Nutzung von Hardware. Wie lässt sich der Lebenszyklus verlängern?

Um weniger Rohstoffe zu verbrauchen, müssen Komponenten und Hardware-Systeme länger genutzt werden. Das lässt sich dadurch erreichen, dass die Unternehmen den EoSL (End of Service Life) ihrer Hardware nicht zum Anlass nehmen, sie frühzeitig auszumustern. Als Anbieter von Third-Party Maintenance (TPM) warten wir Geräte unabhängig vom Support der Hersteller und verlängern ihren Lebenszyklus auf zehn und mehr Jahre. Unternehmen leisten damit nicht nur einen elementaren Dienst für die Kreislaufwirtschaft, sie heben obendrein Einsparpotenziale von bis zu 70 Prozent.

So kombinieren sich eine längere Nutzung der Hardware durch TPM, die Vermeidung von Emissionen bei Produktionsprozessen durch die Nutzung von refurbished Hardware und die fachgerechte Entsorgung von nicht mehr verwendbaren Komponenten zu einem insgesamt verantwortungsvollen ökologischen Verhalten der Unternehmen.

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